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Ideen & Ziele

Walk of Modern Art

SN Festspielbeilage 2017 (PDF, 2,5MB)

Internationale Gegenwartskunst von Anselm Kiefer bis Erwin Wurm, mitten in der Salzburger Altstadt und für jeden frei zugänglich: Mit dem Walk of Modern Art hat die Salzburg Foundation eine Vorreiterrolle in Sachen Kunst im öffentlichen Raum übernommen. Die Werke gehören heute zur Sammlung Würth und sind weiterhin an ihren originalen Standorten öffentlich zugänglich.

Über zehn Jahre hat die Salzburg Foundation jährlich international renommierte Künstler eingeladen, die Stadt Salzburg zu besuchen, sich eingehend mit ihr zu beschäftigen und anschließend ein Werk im öffentlichen Raum zu realisieren. Auftakt des Walk of Modern Art, der im Jahr 2002 unter dem damaligen Titel „Kunstprojekt Salzburg“ ins Leben gerufen wurde, ist Anselm Kiefers begehbares Kunst-Haus „A.E.I.O.U.“ im Furtwänglerpark. Jährlich sind Arbeiten weiterer Künstler von Weltruf hinzugekommen, bis das Projekt 2011 mit insgesamt zwölf Kunstwerken im öffentlichen Raum erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Heute besitzt Salzburg mit dem „Walk of Modern Art“ ein internationales Alleinstellungsmerkmal in Sachen Kunst im öffentlichen Raum. Die Festspielstadt ist zu einem urbanen Museum geworden, das seinesgleichen sucht.

Von Beginn an war es ein Anliegen der Foundation, den geschützten Raum des Museums zu durchbrechen. „Wir wollen nicht darauf warten, dass die Menschen zur Kunst kommen, sondern die Kunst zu den Menschen bringen. Das zwingt uns dazu, nachzudenken, Stellung zu beziehen, uns eine Meinung zu bilden. Natürlich gefällt das nicht jedem. Objektive Schönheit gibt es nicht. Schönheit findet in der individuellen Wahrnehmung statt und Kunst im öffentlichen Raum fordert uns in besonderem Maße dazu auf, Schönheitsbegriffe neu zu durchdenken, denn wir können vor ihr nicht die Augen verschließen.“ (Walter Smerling, Künstlerischer Leiter)

Die Besonderheit des Projektes liegt auch darin, dass alle Kunstwerke zwar der Öffentlichkeit übergeben, aber vollständig mit privaten Mitteln finanziert wurden. Die Salzburg Foundation schätzt sich glücklich, in Reinhold Würth einen Partner gefunden zu haben, der die zwölf Kunstwerke in die Obhut seiner internationalen Unternehmenssammlung genommen und dadurch ermöglicht hat, dass der „Walk of Modern Art“ auch weiterhin bestehen kann.

Der „Walk of Modern Art“ umfasst zwölf Werke aus zehn Jahren: Anselm Kiefer errichtete 2002 im Furtwängler Park ein Kunst-Haus mit dem Titel „A.E.I.O.U.“, in dem ein Bleiregal, ein großformatiges Gemälde und eine Wandaufschrift zu sehen sind. Mario Merz installierte 2003 auf dem Mönchsberg neonblau leuchtende „Ziffern im Wald“ in der für ihn typischen Iglu-Form. Marina Abramovic spürte 2004 dem „Spirit of Mozart“ nach und hat am Verkehrsknotenpunkt Staatsbrücke/Neustadt eine interaktive Installation aus Stühlen geschaffen, die zum Verweilen auffordert. Markus Lüpertz verwirklichte mit seiner polarisierenden Skulptur von 2005 auf dem Ursulinenplatz eine ganz persönliche „Hommage à Mozart“ und James Turrell machte in seinem 2006 erbauten „SKY-SPACE“ auf dem Mönchsberg den Himmel zu einem Teil seiner Kunst. 2007 stellte Stephan Balkenhol auf dem Kapitelplatz eine Männerfigur mit schwarzer Hose und weißem Hemd auf eine monumentale Goldkugel und platzierte in der Felswand des Toscaninihofs ein kleinformatiges weibliches Pendant im roten Kleid. Im Jahr 2008 realisierte Anthony Cragg auf dem Makartplatz seine begehbare Bronze-Skulptur “Caldera”, in deren eruptiven Formen man beim Umrunden menschliche Profile entdecken kann. Christian Boltanski installierte 2009 seine Arbeit “Vanitas”, einen modernen Totentanz, in der eigens für das Kunstprojekt Salzburg wiederhergestellten Krypta des Salzburger Doms. 2010 platzierte Jaume Plensa in der “Dietrichsruh” der Universität Salzburg seine Skulptur “Awilda”, den rätselhaften Kopf eines Mädchens, der aus mehreren Marmor-Schichten zusammengesetzt ist, die zu schwingen scheinen. Als Hommage an das Gastgeberland des Kunstprojekts Salzburg wurden zum Abschluss 2011 mit Brigitte Kowanz, Manfred Wakolbinger und Erwin Wurm gleich drei Künstler aus Österreich eingeladen. Brigitte Kowanz hat an der Staatsbrücke eine Licht-„Intervention“ vorgenommen und über den Sockeln der vier Brückenköpfe Spiegelkuben installiert, in denen Schriftzüge aus Neon aufleuchten, die sich mit der Geschichte der Brücke auseinandersetzen. Manfred Wakolbingers Edelstahl-Skulptur „Connection“ am Rudolfskai, die in ihrem Inneren verspiegelt ist, macht den Betrachter zum Teil des Werks. Am Furtwänglerpark hat Erwin Wurm, der Meister des skurrilen Humors, fünf menschengroße „Gurken“ aufgestellt, die – unter dem gestrengen Blick der Schiller-Statue – als individuelle Wesen inszeniert und vom banalen Gegenstand zum Kunstobjekt erhoben werden.